benimDoktorum
Kostenloses Patientenmagazin in türkischer Sprache
Liebe Leserinnen und Leser,
In der letzten Zeit geistert ein Schlagwort durch die Medizinlandschaft: die Rede ist von der „Migrantenmedizin“. Aber was bedeutet das eigentlich? Häufig muss der Arzt bei der Betreuung nicht muttersprachlich deutscher Patienten alle Register ziehen, muss zu den Wurzeln seines Berufes zurück, seine Kenntnisse erneuern, kreativ sein. Viele Ärzte erfahren erst durch diese Situation, dass es die Grundlage der ärztlichen Tätigkeit ist, zuzuhören und zu vermitteln. Manchmal ist das jedoch nicht möglich: Grund dafür sind sowohl rein sprachliche als auch kulturelle Barrieren. Manchmal kann selbst ein Muttersprachler nicht dolmetschen, weil die medizinischen Begriffe in der türkischen Sprache noch komplizierter sind als im Deutschen. Kulturelle Barrieren können sowohl gesellschaftliche Tabus sein („darüber spricht man nicht“) als auch eine unterschiedliche Definition des Krankheitsbegriffs: Was für den deutschen Arzt behandlungsbedürftiges Übergewicht (und Hauptursache von Diabetes) ist, gilt in manchen Kulturen auch heute noch als Ausdruck von Wohlstand. Das mussten auch die Teilnehmer des Forums „Migration und Diabetes“ feststellen, welches vor einiger Zeit in Duisburg stattfand. Hier wurden Schwierigkeiten und Chancen erörtert, welche sich Arzt und Patient bei der Therapie einer chronischen, immer wieder Arztbesuche erfordernden Erkrankung mit vielfältigen Ursachen eröffnen. Am Ende waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung einig: Es darf nicht sein, dass Verständnisprobleme zu einer Ausgrenzung weiter Bevölkerungsteile aus der medizinischen Versorgung führen. Dem können wir nur zustimmen, und mit Benim Doktorum möchten wir unseren Teil dazu beitragen.
Einen schönen Sommer wünscht
Ihr Benim Doktorum - Team
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