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Verschiedenes

Der Lupus erythematodes:

Die Schmetterlingskrankheit

Rheumatische Erkrankungen sind vielfältig: Neben Gelenk- und Weichteilrheumatismus gehört auch der Lupus Erythematodes dazu, welcher sich in entzündlichen Veränderungen der Haut und des Bindegewebes ohne oder mit Beteiligung innerer Organe zeigt. Die heute gebräuchliche lateinische Bezeichnung Lupus ist eine wörtliche Übersetzung: Gerötete, entzündete oder überbeanspruchte Hautstellen wurden früher als „Wolf“ bezeichnet; eine Umschreibung, welche in dieser Form heute fast nur noch im scherzhaften Sprichwort gebräuchlich ist („Ich habe mir einen Wolf gelaufen, um noch eine Karte für dieses Konzert zu ergattern“).

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Formen, den Lupus erythematodes discoides und den Systemischen Lupus Erythematodes (SLE). Der erstere wird auch als Hautform bezeichnet, weil er hauptsächlich das Gesicht und andere Körperstellen, selten aber innere Organe betrifft. Typisches äußeres Anzeichen sind die ihrer Form wegen Schmetterlingsausschlag genannten Hautveränderungen im Gesicht. Für Betroffene unangenehm, stellen sie nur selten eine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung dar. Anders sieht es beim SLE aus: Die Krankheit trifft vor allem Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, Kinder und Männer sind selten betroffen. Häufig ist die Verlaufsform mild, es kommt jedoch vor, dass lebenswichtige Organe wie Herz, Nieren oder die Lunge befallen sind. Die äußerliche Erscheinungsform ist dabei oft so verschieden, dass eine gesicherte Diagnose nicht leicht zu stellen ist: Neben den für den Haut-Lupus typischen Veränderungen (die aber nicht vorhanden sein müssen) können am ganzen Körper uncharakteristische Ausschläge und kleinere Geschwüre im Nasen/Rachenraum auftreten.
Beteiligung der Nieren entscheidet über die Prognose
Typisch für einen SLE ist auch eine Schilddrüsenunterfunktion: Wie neuere Studien zeigen, tritt eine solche fast sechsmal häufiger auf als im Durchschnitt der Altersgruppe. Die Schwere eines SLE wird aber im Wesentlichen bestimmt durch die Beteiligung der Nieren: Im fortgeschrittenen Stadium werden die Nierenkörperchen (Glomeruli) immer weiter zerstört, so dass die Nieren ihre wichtige Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktion immer schlechter erfüllen können. Da der SLE meist schubweise auftritt, ist es häufig notwendig, das Ausmaß der Organzerstörung bei einem akuten Schub so weit wie möglich einzudämmen; dazu wird in der Regel eine Cortisontherapie eingesetzt. Eine wichtige therapeutische Rolle nehmen heute auch so genannte Immunsuppressiva ein, das sind Substanzen, welche die zerstörerische Arbeit des eigenen Immunsystems zurückdrängen sollen.
Kollagenosen
Der Lupus Erythematodes wird zu den so genannten Kollagenosen gerechnet. Das sind entzündliche Veränderungen des Bindegewebes durch im Detail oft noch nicht verstandene Reaktionen des Immunsystems; man spricht daher auch von Autoimmunerkrankungen. Die bindegewebigen Veränderungen bei den bekannten Kollagenosen reichen von Verklebungen der Gewebsfasern, Verfärbung und Elastizitätsverlust der Haut bis hin zur Sklerosierung des Gefäßsystems und innerer Organe. Der Lupus Erythematodes ist die häufigste auftretende Kollagenose, seltener treten die Progressive Systemische Sklerose (PSS) auf, bei der es zu Sehnenverhärtungen, Kalkablagerungen und zum Teil schweren Durchblutungsstörungen kommt, und das Sjögren-Syndrom, welches häufig eine Folgeerkrankung der Rheumatoiden Arthritis ist und unter Beteiligung der Schleimhäute sowie Tränen- und Speicheldrüsen verläuft.
Lebensqualität erhalten
Obwohl ein Lupus bis heute nicht heilbar ist, hat die moderne Medizin dazu beigetragen, der Krankheit viel von ihrem Schrecken zu nehmen. Die Hoffnung gilt auch hier der Entwicklung neuer, nebenwirkungsarmer Medikamente, welche die Krankheitsschübe möglichst effektiv unterdrücken und Betroffenen die Lebensqualität so weit wie möglich erhalten sollen. Darüber hinaus zeigen gut organisierte Selbsthilfegruppen, dass durch einen bewussten Umgang mit der Krankheit und eine daran angepasste Lebensweise (z.B. effektiver UV-Schutz, besondere Hautpflege, ausgewogene Ernährung) in vielen Fällen eine Symptomlinderung erreicht werden kann.
von Arne Wondracek
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