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Neues Weißbuch zum Hüft- und Kniegelenkersatz in Deutschland

künstliches Hüftgelenk

Das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) in Berlin hat  im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. (BVMed) ein neues Weißbuch zum Thema Hüft- und Kniegelenkersatz herausgegeben. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Ein Weißbuch beinhaltet eine strukturierte Sichtung vorhandener Studien und Literatur zu einem bestimmten Thema und zeigt Stärken und Mängel in diesem Bereich auf. Das „Weißbuch Gelenkersatz“ ist somit ein Referenzwerk über die Versorgungssituation bei endoprothetischen Hüft- und Knieeingriffen in Deutschland.

Es zeigt, dass der überwiegende Teil der rund 370.000 Patienten, die 2014 in Deutschland ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt bekamen, mit dem Ergebnis der Operation zufrieden war. Weiterhin ist die Zahl der Komplikationen bei solchen Eingriffen seit Jahren rückläufig. Auch wurde bei fast allen Patienten aus dem Jahr 2014 eine angemessene Indikation dokumentiert. Die häufigste Ursache für einen Gelenkersatz war Arthrose, gefolgt von Oberschenkelhalsbrüchen.

Eine Herausforderung in den kommenden Jahren sei die Tatsache, dass immer mehr Menschen immer länger und immer aktiver mit einem Gelenkersatz leben würden, so die DGOU. Hier gelte es, auch zukünftig die Versorgungsqualität zu sichern und die Erwartungen der Patienten mit den Möglichkeiten aktueller Behandlungsverfahren abzugleichen. Ein weiteres Ziel sei es, die Zahl der vorzeitigen Wechseleingriffe zu reduzieren, die z. B. aufgrund von Entzündungen, Verrenkungen oder Lockerungen der Kunstgelenke durchgeführt werden müssen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der DGOU!

DKMS: 25 Jahre Kampf gegen Blutkrebs

Seit nunmehr 25 Jahren setzt sich die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH (DKMS) dafür ein, dass Menschen motiviert werden, sich als Stammzellspender zu registrieren, dass Blutkrebspatienten der Zugang zu notwendigen Therapien ermöglicht wird und die Weiterentwicklung von Behandlungen gefördert wird. Die international tätige Organisation wurde 1991 von Dr. Peter Harf gegründet. Bis heute konnten DKMS-Spender über 56.000 Blutkrebspatienten eine neue Lebenschance geben, insgesamt sind über 6,3 Millionen Stammzellspender bei der DKMS registriert. Zu den derzeitigen Länderstandorten in Deutschland, den USA, UK, Polen und Spanien sind weitere geplant. Im Zuge der Internationalisierung hat die DKMS auch ihre Mission erweitert. Mit einem umfassenderen Tätigkeitsfeld – darunter vor allem im Bereich Forschung – kommt die Organisation ihrem übergeordneten Ziel näher, den Blutkrebs zu besiegen. Um die Aufmerksamkeit noch stärker auf das Thema zu lenken, hat die DKMS im Jahr 2014 den World Blood Cancer Day (WBCD) ins Leben gerufen – einen internationalen Aktionstag. Ziel ist es, jedes Jahr wiederkehrend am 28. Mai Menschen in aller Welt dazu aufzurufen, ein Zeichen gegen Blutkrebs zu setzen.

Weitere Informationen:

www.dkms.de

Aminosäuren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Studie über den Zusammenhang zwischen der Aminosäurenkonzentration und dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen an der Medizinischen Universität Graz

Die proteinbildenden Aminosäuren werden über die Nahrung aufgenommen oder über den Stoffwechsel synthetisiert. Aminosäuren haben zahlreiche Stoffwechselfunktionen und sind Ausgangssubstanz für wichtige Biomoleküle. Am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz wurden nun Aminosäuren als persönlicher „Fingerabdruck“ identifiziert, um aus deren Verteilung bzw. Konzentration im Blut Muster für das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken abzuleiten. Die sogenannten verzweigtkettigen Aminosäuren sind am Aufbau fast aller Proteine beteiligt und bilden ca. 35% des Muskelgewebes des menschlichen Körpers. Sie tragen maßgeblich zum Transport von Stickstoff und Energie zwischen Muskulatur und Leber bei und werden für den Energiestoffwechsel benötigt. Sie werden direkt in den Muskelzellen verstoffwechselt. Der Körper benötigt die verzweigtkettigen Aminosäuren, um die während großer Belastungen verbrauchten Aminosäuren Glutamin und Alanin wieder zu synthetisieren und auf diese Weise einen eiweißabbauenden Zustand im Körper zu vermeiden. Eine erhöhte Konzentration dieser Aminosäuren im Blut sei Studienergebnissen zufolge eng mit einer Insulinresistenz bzw. der Entwicklung eines Diabetes assoziiert. Die Grazer Forschungsgruppe überprüfte in einer großen prospektiven Studie, ob durch Veränderungen der Aminosäurespiegel im menschlichen Blut eventuelle Risiken von Erkrankungen, insbesondere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, erkannt werden können. Dazu wurden 650 junge Erwachsene mit unterschiedlichem Body-Mass-Index (BMI) und verschiedenartigen kardiometabolischen Ausgangswerten im Hinblick auf ihr Aminosäurenprofil untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Wichtigkeit der verzweigtkettigen Aminosäuren bei der Beurteilung des frühen kardiovaskulären Risikos.

Weitere Informationen:

www.medunigraz.at

 

Wandern – Bewegung, die gut tut

Broschüre zum Wandern im Alter

Aktivität und dies auch noch draußen an der frischen Luft, fördert sowohl die körperliche, als auch die geistige Gesundheit. Besonders auch ältere Menschen profitieren davon. Das Wandern gehört dabei zu den empfehlenswerten Aktivitäten. Nun haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Wanderverband zusammen eine Broschüre zum Wandern herausgegeben. Diese ist Teil des BZgA-Programms „Älter werden in Balance“ und gibt viele allgemeine Informationen und praktische Tipps, um gerade ältere Menschen dazu zu motivieren, sich regelmäßig draußen zu bewegen.

Die bebilderte, 24-seitige Broschüre behandelt im ersten Teil die Effekte des Wanderns für Körper, Geist und Seele. Hier wird zum Beispiel deutlich, dass Wandern das Risiko von Arteriosklerose und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall senkt. Außerdem hilft es beim Stressabbau, indem es das Stresshormon Kortisol vermindert. Selbst bei leichten Depressionen kann die Bewegung an der frischen Luft Linderung verschaffen. Zudem trainiert es zahlreiche Muskelpartien, steigert die Durchblutung und erhöht die Sauerstoffaufnahme der Lungen. Im zweiten Teil der Broschüre werden spezielle Angebote des Deutschen Wanderverbandes vorgestellt. Tipps für Wander-Einsteiger runden die Broschüre ab. Leserinnen und Leser erfahren unter anderem, wie ein Rucksack zweckmäßig gepackt wird und was dort hinein gehört. Ebenso erklärt der kleine Ratgeber Wissenswertes zum Zeckenschutz und wie sich Blasen vermeiden lassen.

Weitere Informationen:

www.aelter-werden-in-balance.de

www.bzga.de/infomaterialien/gesundheit-aelterer-menschen/

 

Neue Methode lässt Knochenimplantate schneller am Knochen andocken

Miesmuscheln am Boot

Immer wieder kommt es vor, dass Implantate vom Körper abgestoßen werden. Nun haben Wissenschaftler der Universität Leipzig eine neuartige Beschichtung für Implantate entwickelt, die das Anwachsen von Knochenzellen erleichtern soll. Inspiriert wurden sie dabei vom Feind aller Seefahrer, der Miesmuschel.

Titan gilt seit zwei Jahrzehnten als eines der besten Materialien für künstliche Gelenke und Zahnimplantate. Wegen seiner äußerst großen Korrosionsbeständigkeit und Verträglichkeit wird es für mehr als 95 Prozent aller Knochenimplantate eingesetzt. Das Problem, das der metallene Knochenersatz häufig mit sich bringt, besteht jedoch darin, dass er oft nur schwer in die zu füllende Lücke im Körper einwächst und stattdessen abgestoßen wird. Dies hat damit zu tun, dass sich die Zellen des Knochens, an den das Implantat andocken soll, nur schwer an dessen Metalloberfläche heften.

Biochemiker der Universität Leipzig haben jetzt eine Methode entdeckt, mit deren Hilfe dieses Problem bald zu den Akten gelegt werden könnte. Es handelt sich um eine neuartige Beschichtung aus Peptiden – kleinen Eiweißen –, die dazu führen könnte, dass das Anwachsen von Knochenzellen an die Titanoberflächen von Implantaten deutlich erleichtert wird. Die Inspiration dazu holten sich die Forscher aus der Schifffahrt.

Wie ist es Miesmuscheln möglich, so fest an den Rumpf unzähliger Schiffe im Hafen anzudocken und damit ganze Schiffsrümpfe zu zerstören? Diese Frage stellte sich die Arbeitsgruppe für Bioorganische Chemie an der Universität Leipzig. Um eine Antwort zu finden, untersuchten sie den Klebstoff, der die Muschel haften lässt. Dabei gelang es ihnen, aus dem Protein, das die Muschel bildet, um sich anzuheften, den Teil, der für die Klebeeigenschaften verantwortlich ist, zu identifizieren, nachzubauen und bedarfsgerecht zu verändern. Daraus wurde dann eine Art Klebstoff entwickelt, der auf die Oberfläche des Titanimplantats aufgebracht wird. Indem zwei "Zellklebstoffe", die von Proteinen des menschlichen Körpers abgeleitet wurden, hinzugefügt wurden, können sich die Knochenzellen damit an die künstlichen Körperteile heften.

Aktuell wird das Verfahren im Tiermodell getestet. Sollten die Tests erfolgreich sein, könnte es in einigen Jahren auch in der Praxis eingesetzt werden. Auf diese Weise würden sich langwierige Heilungsprozesse, in denen gefährliche Entzündungen entstehen können, deutlich verbessern und beschleunigen lassen.

Beginn der Zeckensaison

Zeckenbiss (Zeckenstich)

Pünktlich zu Beginn der Zeckensaison hat das Robert Koch-Institut die neue Karte der Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) herausgebracht.

In Deutschland zählen, wie schon in den vergangenen Jahren, Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen zu den Gebieten mit dem höchsten FSME-Risiko.

In Bayern kommt der Landkreis Dachau als neues Risikogebiet hinzu, der an bestehende Risikogebiete grenzt. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) und seit 2014 (mit dem LK Vogtlandkreis) in Sachsen. Eine genaue Verteilung finden Sie auf den entsprechenden Internetseiten des Robert Koch-Instituts.

Was ist eine FSME?

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis handelt es sich um eine durch Zecken auf den Menschen übertragbare Virus-Erkrankung. Anders als bei der durch Bakterien ausgelösten Borreliose helfen bei einer FSME-Erkrankung daher keine Antibiotika. Erste Anzeichen einer FSME sind grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, die etwa eine Woche anhalten. Ein Großteil der Infizierten hat die Krankheit damit überwunden. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es jedoch nach einer beschwerdefreien Zeit von bis drei Wochen zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), einer Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) oder einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Bei diesen Manifestationen der FSME sind in seltenen Fällen schwere Verläufe und neurologische Spätfolgen möglich. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, Ziel der Behandlung ist es deshalb, mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Medikamenten die Symptome zu lindern. Neurologische Beschwerden können zum Beispiel mit Physiotherapie und Logopädie behandelt werden.

Wie kann ich mich schützen?

Gegen die Frühsommer- Meningoenzephalitis kann man sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Erwachsene und Kinder, die in einem FSME-Risikogebiet leben und Kontakt zu Zecken haben könnten, sprich, sich viel in der freien Natur aufhalten. Außerhalb der Risikogebiete wird die Impfung zum Beispiel Forst- und Landwirten empfohlen. Auch Reisende in FSME-Risikogebiete, die außerhalb von Deutschland liegen, sollten an einen entsprechenden Impfschutz denken.

Borreliose

Im Gegensatz zur FSME kommt die Borreliose in ganz Deutschland vor. Bei den sogenannten Borrelien handelt es sich um Bakterien, die ebenso wie die FSME-Viren, durch Zecken übertragen werden. Gegen eine Borreliose kann man sich nicht impfen lassen, sie lässt sich jedoch in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Um mögliche Spätfolgen wie eine Gelenkentzündung zu vermeiden, sollte mit einer solchen Behandlung direkt bei den ersten Anzeichen einer Infektion begonnen werden. Ein erstes untrügliches Zeichen einer Borreliose ist die sogenannte Wanderröte, die sich wie ein Ring um die Einstichstelle ausbreitet.

Vorbeugen

Je eher die Zecke nach einem Zeckenbiss entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits Krankheitserreger übertragen wurden. Suchen Sie sich und ihre Kinder nach einem Aufenthalt im Freien deshalb gründlich nach Zecken ab. Vergessen Sie dabei nicht die Ohren, Bauchnabel, Kniekehlen und die Kopfhaut. Wenn Sie eine Zecke finden, entfernen Sie diese vorsichtig – ohne sie zu drehen oder zu quetschen! – mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Verwenden Sie keine Hausmittel wie Klebstoff oder Öl! Es empfiehlt sich, bei ersten Anzeichen einer Infektion (oder im Zweifel) einen Arzt aufzusuchen.