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Endoprothetik-Patienten werden in Deutschland sehr gut versorgt

Die Behandlungsqualität des Hüft- und Kniegelenkersatzes hat in Deutschland ein hohes Niveau erreicht. Dies geht aus aktuellen Daten des soeben erschienenen „Weißbuch Gelenkersatz“ hervor. Demnach gehört der Gelenkersatz zu den erfolgreichsten chirurgischen Eingriffen überhaupt. Immerhin halten 90 Prozent aller künstlichen Hüft- und Kniegelenke länger als 15 Jahre und verhelfen Menschen mit Arthrose zu mehr Lebensqualität. Nach Empfehlung der Experten sollen Endoprothesen jedoch erst dann zum Einsatz kommen, wenn sich ein Gelenk wirklich nicht mehr erhalten lässt.

Wie mit gelenkerhaltenden Maßnahmen Arthrose verhindert oder hinausgezögert werden kann, erläutern Orthopäden und Unfallchirurgen auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2016, der vom 25. bis 28. Oktober in Berlin stattfindet.

In Deutschland haben 2014 rund 370.000 Menschen ein neues Hüft- oder Kniegelenk erhalten. Grund für den Ersatz ist meist eine fortgeschrittene Arthrose, die den Knorpel und schließlich das komplette Gelenk zerstört: Häufig führt dies dazu, dass die Betroffenen unter starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen leiden. Insgesamt waren die Implantationszahlen in den letzten Jahren stabil. So haben die Hüft-OPs seit 2005 nur um 1,4 Prozent (Hüft-OPs) und die Knie-OPs nur um 1,7 Prozent zugenommen. Dieser Anstieg spiegelt die zunehmende Alterung der Bevölkerung wider. „Der Vorwurf, dass Endoprothesen in Deutschland zu früh und zu häufig implantiert würden, ist nicht haltbar, die Eingriffe erfolgen indikationsgerecht und mit geringen Komplikationsraten“, betont Professor Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm. Den Erfolg eines gelenkerhaltenden Eingriffs demonstrierte eine Berner Arbeitsgruppe in einer 30-jährigen Beobachtungsstudie an Patienten, die bei vorgeschädigten Hüftgelenken eine Korrekturosteotomie der Hüftpfanne erhalten hatten. Noch nach 30 Jahren war ein Drittel der operierten Hüften erhalten und funktionstüchtig. 60 Prozent der Hüftgelenke mussten erst in den letzten Jahren durch eine Endoprothese ersetzt werden. Die Ergebnisse der Studie werden auf dem DKOU 2016 in Berlin vorgestellt.
 

 

 

8. Patiententag im Rahmen des DKOU

Zum achten Mal findet in diesem Jahr anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) ein Patiententag zum Thema Arthrose statt. Am Donnerstag, den 27. 10.2016 informieren namenhafte Ärzte ab 18 Uhr im Großen Saal der Messe Berlin alle Interessierten umfassend über die Volkskrankheit, unter der rund 10 Millionen alte und junge Menschen in Deutschland leiden. Inhaltlich geht es unter anderem darum, welche Therapien bei Arthrose wirksam sind, wann operiert werden sollte und was die Patienten selbst tun könnten. Dabei gehen die Experten natürlich auch auf die Fragen aus dem Publikum ein.

Gastgeberin der Veranstaltung ist die Deutsche Rheuma-Liga Berlin e. V. Der Patiententag findet in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga, der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des DKOU 2016.

Veranstaltungshinweise für das Krankenhaus Tabea in Hamburg

19.10.2016, 18 Uhr

Der chronische Rücken-Beinschmerz

Behandlung mit dem Schmerzschrittmacher

Matthias Wolff

 

26.10.2016, 18 Uhr

Hüfte – Knie

Was tun, wenn Bewegung schmerzt?

Dr. Verena Hilgen

 

09.11.2016, 18 Uhr

Soweit die Füße tragen

Therapie-Erfolg durch differenzierte OP-Methoden

Dr. Florian Westphal

 

17.11.2016, 17 Uhr

Krampfaderleiden

Neues aus Diagnostik und Therapie

Dr. Harald Salzbrunn

 

23.11.2016, 18 Uhr

Wirbelsäule

Welche Erkrankungsform sollte wann operiert werden?

Felix Fraenkel

 

07.12.2016, 18 Uhr

Hüfte – Knie

Was tun, wenn Bewegung schmerzt?

Dr. Jan-Hauke Jens

 

Weitere Informationen:

www.tabea-krankenhaus.de

 

 

Paracelsus Messe Düsseldorf vom 28. bis 30. Oktober

60 Aussteller und neuer Gesundheitsparcours

Die fünfte Paracelsus Messe Düsseldorf findet vom 28. bis 30. Oktober 2016 statt. Unter dem Motto „Bewusst sein. Gesund leben“ bietet Veranstalter Wellfairs den Besuchern 60 Aussteller, ein dreitägiges Vortragsprogramm auf zwei Bühnen, einen neuen Gesundheitsparcours und ein Fachsymposium des Bundes Deutscher Heilpraktiker (BDH). Die Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren Produkte, Ideen, Lösungsansätze und Dienstleistungen aus den Bereichen Medizin, Prävention, Naturheilkunde und Wellness. Die Besucher haben die Möglichkeit, auf der Messe direkt und persönlich mit den Experten aus vielen medizinischen Bereichen zu sprechen, sich beraten zu lassen und natürlich auch Produkte auszuprobieren und oft zu günstigen Messepreisen zu erwerben. Der neue Gesundheitsparcours bietet den Besuchern darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten, Tests und Untersuchungen direkt in der Messehalle durchführen zu lassen, dabei neue und bewährte Therapieansätze kennenzulernen und mehr über die eigene Gesundheit und den eigenen Körper zu erfahren.

Der Bund Deutscher Heilpraktiker e.V. veranstaltet im Rahmenprogramm der Veranstaltung am Samstag, dem 29.10.2016 (auf der Hahnemann-Bühne) ein ganztägiges Fachsymposium zum Thema Frauenheilkunde. Zur Teilnahme eingeladen sind alle Heilpraktiker, Ärzte und Mitglieder anderer Heilberufe. Auch für interessierte Laien bietet der BDH am Sonntag, dem 30.10.2016 ein ganztägiges Rahmenprogramm an. Auf der Hahnemann-Bühne geht es auch hier um das Thema Frauenheilkunde.

Weitere Informationen:

www.facebook.com/Paracelsus.Messe

www.paracelsus-messe.de

 

Eisen hilft dem Herzen

Menschen, die an einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden, sind oft von Eisenmangel betroffen. Erwiesenermaßen führt eine Behandlung mit Eisen dazu, dass sich die Patienten besser fühlen, belastbarer sind und seltener stationär behandelt werden müssen. Den Grund dafür haben nun Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entdeckt und in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ beschrieben.

Eisen gehört zu den Spurenelementen, die alle Lebewesen mit der Nahrung aufnehmen müssen. Dass sich bereits ein leichter Eisenmangel bei Herzinsuffizienz schädigend auswirkt, und zwar selbst dann, wenn noch keine Blutarmut (Anämie) vorliegt, ist seit einiger Zeit bekannt. Liegt eine Eisenmangelanämie vor, können nicht genügend rote Blutkörperchen produziert werden, die den Sauerstoff im Körper transportieren. Es ist naheliegend, dass man dadurch schnell müde wird und körperlich weniger belastbar ist. „Eisen ist aber nicht nur für den Sauerstofftransport wichtig, sondern wird auch in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, benötigt. Bei Eisenmangel können die Mitochondrien weniger Energie produzieren. Gerade der Herzmuskel ist aber für seine Pumpfunktion auf eine hohe Energiezufuhr angewiesen“, erklärt Professor Dr. Tibor Kempf von der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Um zu verstehen, wie der Eisenhaushalt in Herzmuskelzellen reguliert wird, haben die Forscher sogenannte Irp-Proteine in Herzmuskelzellen ausgeschaltet. Diese regulieren den Eisengehalt der Zelle. Werden sie inaktiviert, kann nicht mehr so viel Eisen in die Zelle aufgenommen werden. Deshalb steht eine geringere Menge an Eisen für lebenswichtige Stoffwechselvorgänge zur Verfügung und die Mitochondrien können weniger gut arbeiten.

Bei Mäusen, bei denen die Irp-Proteine ausgeschaltet wurden, stellte man einen Eisenmangel im Herzen fest, nicht jedoch im Blut und in anderen Organen. Während die Tieren unter Ruhebedingungen keine auffälligen Symptome zeigten, konnten ihre Herzen die Pumpfunktion bei körperlicher Belastung nicht steigern. Nach einem Herzinfarkt entwickelte sich eine ausgeprägte Herzinsuffizienz, Folge einer zu geringen Energieproduktion in den Mitochondrien. Als die Forscher den Mäusen Eisen verabreichten, konnten diese ihre Eisenspeicher im Herzen auffüllen. Ihre Herzmuskelzellen produzierten wieder ausreichend Energie, und die Herzfunktion normalisierte sich.

Seit 2016 wird Medizinern in den neuen Leitlinien empfohlen, Patienten mit Herzinsuffizienz Eisen zu verschreiben, wenn sie einen Eisenmangel haben. In mehreren klinischen Studien wird zurzeit überprüft, ob sich durch die Eisengabe nicht nur Symptome verbessern lassen, sondern auch das Leben der Patienten verlängert werden kann.

Neues Polyglucosamin-Präparat soll Arthrose-Patienten helfen

Arthrose im Kniegelenk

Das von dem kanadischen Unternehmen Oligo Medic entwickelte Polyglucosamin- Präparat JointRep™ hat laut einer kleinen Studie mit 60 Teilnehmern spektakuläre Ergebnisse bei der Behandlung von Arthrose-Patienten erzielt.

Die Studie wurde mit Patienten durchgeführt, die unter Knorpelläsionen vom Schweregrad III bis IV am Kniegelenk litten. Leiter der Studie war Dr. Gennaro Pipino, Professor für orthopädische Chirurgie an der Universität von Lugano (Schweiz) und Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Krankenhaus Villa Regina in Bologna (Italien).

Die Testgruppe wurde mit einer Mikrofrakturierung in Kombination mit dem neuen Polyglucosamin-Produkt behandelt, was bedeutet, dass die Ärzte im Rahmen der arthroskopischen Behandlung nach der Mikrofrakturierung zusätzlich das neue Präparat auf den Gelenkkopf auftrugen. Die Patienten der Kontrollgruppe unterzogen sich hingegen ausschließlich einer Mikrofrakturierung.

Anschließend wurden die Behandlungserfolge nach sechs Monaten anhand des WOMAC (Western Ontario and McMaster Universities)-Arthroseindexes gemessen und verglichen. Der WOMAC-Fragenkatalog umfasst Fragen aus den Bereichen „Schmerz“, „Steifigkeit“ und „körperliche Tätigkeiten“. Bei der mit der Kombinationstherapie behandelten Testgruppe verbesserte sich die gesamte WOMAC-Punktzahl laut Studie durchschnittlich um 88% gegenüber 40% bei der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse waren in jeder Altersgruppe vergleichbar. Auch die Rehabilitationszeit war nach der Kombinationstherapie deutlich kürzer.

Diese Studienergebnisse deuten darauf hin, dass JointRep™ ein optimales Umfeld für die Chondrogenese bildet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lipozyten, Thrombozyten und Wachstumsfaktoren in das durch das injizierte Präparat gebildete Thermogel einwandern, und so die Differenzierung der durch die Mikrofrakturierung freigesetzten Stammzellen verbessern.