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Aminosäuren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Studie über den Zusammenhang zwischen der Aminosäurenkonzentration und dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen an der Medizinischen Universität Graz

Die proteinbildenden Aminosäuren werden über die Nahrung aufgenommen oder über den Stoffwechsel synthetisiert. Aminosäuren haben zahlreiche Stoffwechselfunktionen und sind Ausgangssubstanz für wichtige Biomoleküle. Am Klinischen Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz wurden nun Aminosäuren als persönlicher „Fingerabdruck“ identifiziert, um aus deren Verteilung bzw. Konzentration im Blut Muster für das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken abzuleiten. Die sogenannten verzweigtkettigen Aminosäuren sind am Aufbau fast aller Proteine beteiligt und bilden ca. 35% des Muskelgewebes des menschlichen Körpers. Sie tragen maßgeblich zum Transport von Stickstoff und Energie zwischen Muskulatur und Leber bei und werden für den Energiestoffwechsel benötigt. Sie werden direkt in den Muskelzellen verstoffwechselt. Der Körper benötigt die verzweigtkettigen Aminosäuren, um die während großer Belastungen verbrauchten Aminosäuren Glutamin und Alanin wieder zu synthetisieren und auf diese Weise einen eiweißabbauenden Zustand im Körper zu vermeiden. Eine erhöhte Konzentration dieser Aminosäuren im Blut sei Studienergebnissen zufolge eng mit einer Insulinresistenz bzw. der Entwicklung eines Diabetes assoziiert. Die Grazer Forschungsgruppe überprüfte in einer großen prospektiven Studie, ob durch Veränderungen der Aminosäurespiegel im menschlichen Blut eventuelle Risiken von Erkrankungen, insbesondere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, erkannt werden können. Dazu wurden 650 junge Erwachsene mit unterschiedlichem Body-Mass-Index (BMI) und verschiedenartigen kardiometabolischen Ausgangswerten im Hinblick auf ihr Aminosäurenprofil untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Wichtigkeit der verzweigtkettigen Aminosäuren bei der Beurteilung des frühen kardiovaskulären Risikos.

Weitere Informationen:

www.medunigraz.at

 

Wandern – Bewegung, die gut tut

Broschüre zum Wandern im Alter

Aktivität und dies auch noch draußen an der frischen Luft, fördert sowohl die körperliche, als auch die geistige Gesundheit. Besonders auch ältere Menschen profitieren davon. Das Wandern gehört dabei zu den empfehlenswerten Aktivitäten. Nun haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Wanderverband zusammen eine Broschüre zum Wandern herausgegeben. Diese ist Teil des BZgA-Programms „Älter werden in Balance“ und gibt viele allgemeine Informationen und praktische Tipps, um gerade ältere Menschen dazu zu motivieren, sich regelmäßig draußen zu bewegen.

Die bebilderte, 24-seitige Broschüre behandelt im ersten Teil die Effekte des Wanderns für Körper, Geist und Seele. Hier wird zum Beispiel deutlich, dass Wandern das Risiko von Arteriosklerose und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall senkt. Außerdem hilft es beim Stressabbau, indem es das Stresshormon Kortisol vermindert. Selbst bei leichten Depressionen kann die Bewegung an der frischen Luft Linderung verschaffen. Zudem trainiert es zahlreiche Muskelpartien, steigert die Durchblutung und erhöht die Sauerstoffaufnahme der Lungen. Im zweiten Teil der Broschüre werden spezielle Angebote des Deutschen Wanderverbandes vorgestellt. Tipps für Wander-Einsteiger runden die Broschüre ab. Leserinnen und Leser erfahren unter anderem, wie ein Rucksack zweckmäßig gepackt wird und was dort hinein gehört. Ebenso erklärt der kleine Ratgeber Wissenswertes zum Zeckenschutz und wie sich Blasen vermeiden lassen.

Weitere Informationen:

www.aelter-werden-in-balance.de

www.bzga.de/infomaterialien/gesundheit-aelterer-menschen/

 

Neue Methode lässt Knochenimplantate schneller am Knochen andocken

Miesmuscheln am Boot

Immer wieder kommt es vor, dass Implantate vom Körper abgestoßen werden. Nun haben Wissenschaftler der Universität Leipzig eine neuartige Beschichtung für Implantate entwickelt, die das Anwachsen von Knochenzellen erleichtern soll. Inspiriert wurden sie dabei vom Feind aller Seefahrer, der Miesmuschel.

Titan gilt seit zwei Jahrzehnten als eines der besten Materialien für künstliche Gelenke und Zahnimplantate. Wegen seiner äußerst großen Korrosionsbeständigkeit und Verträglichkeit wird es für mehr als 95 Prozent aller Knochenimplantate eingesetzt. Das Problem, das der metallene Knochenersatz häufig mit sich bringt, besteht jedoch darin, dass er oft nur schwer in die zu füllende Lücke im Körper einwächst und stattdessen abgestoßen wird. Dies hat damit zu tun, dass sich die Zellen des Knochens, an den das Implantat andocken soll, nur schwer an dessen Metalloberfläche heften.

Biochemiker der Universität Leipzig haben jetzt eine Methode entdeckt, mit deren Hilfe dieses Problem bald zu den Akten gelegt werden könnte. Es handelt sich um eine neuartige Beschichtung aus Peptiden – kleinen Eiweißen –, die dazu führen könnte, dass das Anwachsen von Knochenzellen an die Titanoberflächen von Implantaten deutlich erleichtert wird. Die Inspiration dazu holten sich die Forscher aus der Schifffahrt.

Wie ist es Miesmuscheln möglich, so fest an den Rumpf unzähliger Schiffe im Hafen anzudocken und damit ganze Schiffsrümpfe zu zerstören? Diese Frage stellte sich die Arbeitsgruppe für Bioorganische Chemie an der Universität Leipzig. Um eine Antwort zu finden, untersuchten sie den Klebstoff, der die Muschel haften lässt. Dabei gelang es ihnen, aus dem Protein, das die Muschel bildet, um sich anzuheften, den Teil, der für die Klebeeigenschaften verantwortlich ist, zu identifizieren, nachzubauen und bedarfsgerecht zu verändern. Daraus wurde dann eine Art Klebstoff entwickelt, der auf die Oberfläche des Titanimplantats aufgebracht wird. Indem zwei "Zellklebstoffe", die von Proteinen des menschlichen Körpers abgeleitet wurden, hinzugefügt wurden, können sich die Knochenzellen damit an die künstlichen Körperteile heften.

Aktuell wird das Verfahren im Tiermodell getestet. Sollten die Tests erfolgreich sein, könnte es in einigen Jahren auch in der Praxis eingesetzt werden. Auf diese Weise würden sich langwierige Heilungsprozesse, in denen gefährliche Entzündungen entstehen können, deutlich verbessern und beschleunigen lassen.

Beginn der Zeckensaison

Zeckenbiss (Zeckenstich)

Pünktlich zu Beginn der Zeckensaison hat das Robert Koch-Institut die neue Karte der Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) herausgebracht.

In Deutschland zählen, wie schon in den vergangenen Jahren, Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen zu den Gebieten mit dem höchsten FSME-Risiko.

In Bayern kommt der Landkreis Dachau als neues Risikogebiet hinzu, der an bestehende Risikogebiete grenzt. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) und seit 2014 (mit dem LK Vogtlandkreis) in Sachsen. Eine genaue Verteilung finden Sie auf den entsprechenden Internetseiten des Robert Koch-Instituts.

Was ist eine FSME?

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis handelt es sich um eine durch Zecken auf den Menschen übertragbare Virus-Erkrankung. Anders als bei der durch Bakterien ausgelösten Borreliose helfen bei einer FSME-Erkrankung daher keine Antibiotika. Erste Anzeichen einer FSME sind grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, die etwa eine Woche anhalten. Ein Großteil der Infizierten hat die Krankheit damit überwunden. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es jedoch nach einer beschwerdefreien Zeit von bis drei Wochen zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), einer Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) oder einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Bei diesen Manifestationen der FSME sind in seltenen Fällen schwere Verläufe und neurologische Spätfolgen möglich. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, Ziel der Behandlung ist es deshalb, mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Medikamenten die Symptome zu lindern. Neurologische Beschwerden können zum Beispiel mit Physiotherapie und Logopädie behandelt werden.

Wie kann ich mich schützen?

Gegen die Frühsommer- Meningoenzephalitis kann man sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Erwachsene und Kinder, die in einem FSME-Risikogebiet leben und Kontakt zu Zecken haben könnten, sprich, sich viel in der freien Natur aufhalten. Außerhalb der Risikogebiete wird die Impfung zum Beispiel Forst- und Landwirten empfohlen. Auch Reisende in FSME-Risikogebiete, die außerhalb von Deutschland liegen, sollten an einen entsprechenden Impfschutz denken.

Borreliose

Im Gegensatz zur FSME kommt die Borreliose in ganz Deutschland vor. Bei den sogenannten Borrelien handelt es sich um Bakterien, die ebenso wie die FSME-Viren, durch Zecken übertragen werden. Gegen eine Borreliose kann man sich nicht impfen lassen, sie lässt sich jedoch in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Um mögliche Spätfolgen wie eine Gelenkentzündung zu vermeiden, sollte mit einer solchen Behandlung direkt bei den ersten Anzeichen einer Infektion begonnen werden. Ein erstes untrügliches Zeichen einer Borreliose ist die sogenannte Wanderröte, die sich wie ein Ring um die Einstichstelle ausbreitet.

Vorbeugen

Je eher die Zecke nach einem Zeckenbiss entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits Krankheitserreger übertragen wurden. Suchen Sie sich und ihre Kinder nach einem Aufenthalt im Freien deshalb gründlich nach Zecken ab. Vergessen Sie dabei nicht die Ohren, Bauchnabel, Kniekehlen und die Kopfhaut. Wenn Sie eine Zecke finden, entfernen Sie diese vorsichtig – ohne sie zu drehen oder zu quetschen! – mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Verwenden Sie keine Hausmittel wie Klebstoff oder Öl! Es empfiehlt sich, bei ersten Anzeichen einer Infektion (oder im Zweifel) einen Arzt aufzusuchen.

 

5. Berliner Knorpelsymposium

Frühe regenerative Knorpelreparatur für langfristigen Gelenkerhalt

Dass Knorpelschäden zu selten frühzeitig regenerativ und gelenkerhaltend therapiert werden, war ein zentrales Thema des 5. Berliner Knorpelsymposiums. Die vom Berufsverband der Orthopäden und Unfallchirurgen (BVOU) unterstützte Veranstaltungen fand am Freitag, den 15. April 2016 in Berlin statt.

„Das Risiko für die Entstehung von fortgeschrittenen Knorpelschäden und damit einer Arthrose erhöht sich proportional zu dem Ausmaß der initialen Knorpelschädigung. Daher sollte möglichst frühzeitig eine Knorpelreparatur im Sinne der Knorpelersatztherapie durchgeführt werden“, erklärte PD Dr. med. Christoph Becher vom Zentrum für Hüft-, Knie- und Fußchirurgie, Sporttraumatologie der ATOS Klinik Heidelberg. Seit einigen Jahren wird für die Knorpelregeneration verstärkt ein Verfahren eingesetzt, bei dem körpereigener Knorpel im Labor gezüchtet und ins Gelenk transplantiert wird. Diese sogenannte körpereigene Knorpelzelltransplantation (autologe Chondrozytentransplantation) kann minimalinvasiv und oft arthroskopisch erfolgen. Bei Knorpeldefekten ab etwa 3 cm² gilt die autologe Knorpelzelltherapie mittlerweile als Mittel der Wahl. „In Langzeitergebnissen zeigte die autologe Knorpelzelltherapie eine dauerhafte Haltbarkeit des Regeneratknorpels, eine verbesserte Gelenkfunktion und weniger Schmerzen als vor der Behandlung“, erläuterte Dr. Becher. „Die autologe Chondrozytentransplantation hat sich als Verfahren bei größeren Knorpeldefekten beim jüngeren Menschen bewährt und klinisch durchgesetzt“, bestätigte Dr. Volker Laute vom Gelenk- und Wirbelsäulenzentrum Steglitz, Berlin und Gründer des Berliner Knorpelsymposiums.

Hauptsponsor des Berliner Knorpelsymposiums war die co.don AG, die mit co.don chondrosphere® ein autologes Zelltherapieprodukt zur Reparatur von Knorpelschäden an Gelenken vermarktet. „Ziel unserer Zelltherapie ist die Regeneration des geschädigten Gelenkknorpels und die Wiederherstellung der Gelenkfunktion, so dass ein Gelenkersatz verschoben oder ganz vermieden werden kann“, sagte Dirk Hessel, Vorstandsvorsitzender der co.don AG, und fügte hinzu: „Mit über 200 Teilnehmern konnte das diesjährige Knorpelsymposium einen neuen Besucherrekord verzeichnen – ich bedanke mich im Namen der co.don AG bei den Besuchern und Ausstellern für das große Interesse.“

 

 

Jeder sechste Erwerbstätige in Deutschland ist in der Gesundheitswirtschaft tätig

In Deutschland arbeitet jeder sechste Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft. Wie aus den Daten hervorgeht, die am Montag, 18.6. vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht wurden, sind insgesamt 6,8 Millionen Menschen in diesem Bereich tätig. Der Gesundheitssektor ist mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich etwa 3,5 Prozent in den letzten zehn Jahren deutlich schneller gewachsen als das gesamte Bruttoinlandsprodukt.

Die Gesundheitswirtschaft erzielte im Jahre 2015 eine Bruttowertschöpfung von 324 Milliarden Euro und hatte damit einen Anteil von zwölf Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Laut Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, werde die Gesundheitswirtschaft immer mehr zum Wachstums- und Beschäftigungsmotor. In West- und Ostdeutschland wachse sie gleich stark. Allerdings trage sie in Ostdeutschland mit 14 Prozent etwas mehr zur Gesamtwertschöpfung bei.