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Jeder vierte EU-Bürger betrachtet sich als gesundheitlich eingeschränkt

25,3 Prozent der Bürger in der Europäischen Union fühlen sich durch gesundheitliche Handicaps eingeschränkt. Diese Zahl veröffentlichte die Europäische Statistikbehörde Eurostat anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung. Die Erhebung beruht auf den Selbstangaben von Menschen über 16 Jahren in den 28 EU-Ländern. Gefragt wurde nach gesundheitsbedingten Einschränkungen, welche seit mindestens sechs Monaten andauern und die Betroffenen in Freizeit, Haushalt, Schule und Beruf einschränken.

 

Die Ergebnisse in den einzelnen Mitgliedsländern waren recht unterschiedlich. Während Malta mit 9,7 Prozent den geringsten Anteil hatte, war dieser in Lettland mit 38,4 Prozent am höchsten. Deutschland lag mit 21,2 Prozent leicht unter dem EU-Durchschnitt. Generell fühlten sich mehr Frauen als Männer gesundheitlich beeinträchtigt. In Portugal betrug die Differenz mehr als zehn, in Deutschland dagegen nur 1,1 Prozentpunkte. Menschen mit höheren Einkommen waren seltener betroffen als Personen, die finanziell schlecht gestellt sind.

Kürzungen bei der Vergütung könnten die endoprothethische Versorgung verschlechtern

Der Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2017 den neuen Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Dass dieser zahlreiche Kürzungen vorsieht, erfüllt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit Besorgnis. Sie sehen die hohen Qualitätsstandards in der orthopädischen Versorgung und die Patientensicherheit gefährdet. Grund dafür sind erneute Kürzungen bei der Leistungsvergütung der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG). So werden die Pauschalen für den Hüftgelenksersatz und für zahlreiche Maßnahmen bei der Wirbelsäulen-Therapie zum 1. Januar 2017 gesenkt. Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der DGOU ist davon überzeugt, dass sich die Folgen der seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale in der DRG-Preispolitik ohne Qualitätseinbußen kaum noch kompensieren lassen. „Der Leidtragende ist zum Schluss der Patient. Die Menschen werden sich zukünftig wohl auf weniger hochwertige und innovative Therapie-Angebote, längere OP-Wartezeiten, noch schnellere Entlassungen aus der Klinik sowie Prothesen mit einer möglicherweise geringeren Haltedauer einstellen müssen.“

Nach dem neuen DRG-Fallpauschalen-Katalog fällt die Vergütung, die Kliniken beispielsweise für eine einfache Hüft-Total-Endoprothese erhalten, um 5,75 Prozent geringer aus als bisher. Zudem ist für 2018 eine weitere Absenkung vorgesehen. Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, AE-Generalsekretär und Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), verdeutlicht die Folgen der Sparmaßnahmen am Beispiel der Implantate-Auswahl für den künstlichen Hüftgelenksersatz: „Schon jetzt ist die Implantation einer hochwertigen Kurzschaftprothese mit einer Keramik-Keramik-Gleitpaarung nicht mehr kostendeckend möglich. Mit der zukünftigen Kürzung sind insbesondere spezialisierte Kliniken gezwungen, preiswertere Implantate auszuwählen. Mit einer geringeren Qualität der Implantate sinkt allerdings auch deren Verweildauer im Körper. In letzter Konsequenz könnte das in 10 Jahren eine deutlich erhöhte Rate an Revisions-Operationen zur Folge haben.“

Darüber hinaus werden auch die Möglichkeiten der konservativen stationären Behandlung erschwert. Denn Kliniken, die mehr Patienten als der Bundesdurchschnitt konservativ therapieren, sollen weniger Behandlungskosten erstattet bekommen. Prof. Dr. Frank Kandziora, Leiter der DGOU-Sektion Wirbelsäule, weist darauf hin, dass die konservative Therapie von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen im niedergelassenen Bereich schon heute dramatisch und chronisch unterfinanziert ist. „Eine Operation sollte immer die letzte Option sein. Gerade deswegen muss die konservative Therapie gestärkt und nicht abgeschwächt werden“.

 

5. Wirbelsäulenschmerzkongress in München

Fachübergreifende Behandlung als zentraler Erfolgsfaktor

Am Samstag, den 26. November 2016 fand unter der Leitung von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga e.V., der 5. Wirbelsäulenschmerzkongress statt. Rund 100 Teilnehmer diskutierten im Arabella Sheraton Hotel München über moderne Behandlungsoptionen im Bereich der Wirbelsäulenmedizin. Veranstalter waren in diesem Jahr die Wirbelsäulenliga e.V. und die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST). Zentrales Ergebnis des Expertenaustausches ist der zunehmende Stellenwert von interdisziplinären Therapieansätzen. „Komplexe Rückenschmerzen lassen sich selten mit vorgefertigten Maßnahmen behandeln. In diesen Fällen bedarf es maßgeschneiderter Behandlungskonzepte, die auf eine enge Verzahnung von Spezialisten setzen“, betont Dr. Schneiderhan und ergänzt: „Aus diesem Grund gewinnen interdisziplinäre Zentren, in denen zum Beispiel Orthopäden, Neurochirurgen, Neurologen, Radiologen und Schmerztherapeuten fachübergreifend zusammenarbeiten, immer mehr an Bedeutung.“ Im Hinblick auf neuartige Therapien kommt dem Recht auf Information für den Patienten immer mehr Bedeutung zu. „Nur wenn Patienten über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt sind, können sie eine selbstbestimmte und erfolgversprechende Entscheidung treffen. Dazu gehört ebenso das Recht auf eine zweite Meinung. Bei diesem Thema müssen sowohl Ärzte als auch Betroffene umdenken. Denn eine Zweitmeinung einzuholen, ist kein Misstrauensvotum, sondern die wichtige Chance, die bestmögliche Therapie zu finden“, sagt Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Bild: Dr. Schneiderhan

Kann Schlafapnoe die Entstehung einer Demenz begünstigen?

Schlafbezogene Atmungsstörungen könnten ein Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz sein. „Gestützt wird diese Annahme durch Tierversuche mit Simulation einer Schlafapnoe und anschließender Untersuchung der Gehirne der Versuchstiere“, erklärt Helmut Frohnhofen, Leitender Arzt Bereich Altersmedizin, Alfried-Krupp-Krankenhaus, Essen . „Hier fanden sich bei exponierten Tieren Veränderungen, wie sie auch bei Demenzerkrankten beobachtet werden“.

Zwar konnte ein sicherer Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern noch nicht bewiesen werden, dennoch liefern neuere Daten entsprechende Anhaltspunkte. So ergibt sich aus einer retrospektiven Studie aus dem Jahre 2015, dass sich bei Menschen, die Symptome einer Schlafapnoe angaben, die Manifestation einer kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz um etwa zehn Jahre vorverlagert. Dies traf jedoch nicht auf Schlafapnoe-Patienten zu, die mit einer PAP-Überdrucktherapie versorgt wurden.

Ein echter Beweis dafür, dass ein kausaler Zusammenhangs zwischen einer unbehandelten Schlafapnoe und der Entstehung einer Demenz besteht, kann nur durch eine Interventionsstudie erbracht werden. Aktuelle Erkenntnisse zum Thema werden auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind auf der Homepage http://www.dgsm-kongress.de ersichtlich.

EPRD veröffentlicht ersten Jahresbericht

künstliches Hüftgelenk

Wie lange hält ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk? Aus welchen Gründen muss eine Prothese gewechselt werden? Welche Operationsmethode ist die beste?

Auf diese und weitere Fragen soll das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) Antworten geben. Das im November 2012 gestartete Unternehmen veröffentlichte jetzt seinen ersten Jahresbericht. Themen des Berichts sind unter anderem die Auswertungen der 2015 durchgeführten und registrierten Gelenkersatz-Operationen (aufgeteilt in Knie- und Hüftoperationen), die Entwicklung der Endoprothetik in Deutschland in den letzten Jahren sowie der Verlauf des Endoprothesenregisters. Der Jahresbericht beinhaltet zudem einen ersten Vergleich mit den Ergebnissen ähnlicher Register anderer Länder, darunter Schweden, Großbritannien, Australien, Niederlande, USA und Schweiz.

Das EPRD soll die zukünftige Versorgung der Patienten in Deutschland mit Endoprothesen verbessern. Es wird vom AOK-Bundesverband, dem Verband der Ersatzkassen (vdek) und dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt. Beim Aufbau des Registers engagierte sich auch die Deutsche Arthrose-Hilfe. Vom Bundesministerium für Gesundheit erhielt das EPRD mehrfach Fördermittel. Als gemeinnützige GmbH und 100-prozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) ist das EPRD ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet. Transparente Prozesse sowie die Unabhängigkeit und Neutralität der Auswertungen sind wesentliche Rahmenbedingungen des EPRD.

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Der Kampf mit den Krankenhausinfektionen

Wichtige Händedesinfektion

Laut einer neuen Studie sterben in Europa jährlich etwa 91.000 Menschen an einer Infektion, die sie sich im Krankenhaus geholt haben, in Deutschland wird die Zahl auf 15.000 geschätzt.

Eigentlich geht man ins Krankenhaus um gesund zu werden. In den allermeisten Fällen gelingt dies auch. Einige Patienten infizieren sich während ihres Klinikaufenthaltes jedoch mit Keimen, die überall im Krankenhaus aber auch auf den Patienten selbst lauern und nur darauf warten, in den Körper zu gelangen. Dies schaffen sie, wenn z. B. ein Katheter oder ein Zugang gelegt wird, bei offenen Wunden oder Operationen. Zusätzlich ist das Immunsystem vieler Patienten im Krankenhaus bereits angegriffen, sodass sie besonders anfällig für Infektionen sind.

Die Wissenschaftler der Studie, die im Fachblatt „Plos Medicine“ veröffentlicht wurde, gehen davon aus, dass es pro Jahr zu 2,6 Millionen Infektionen in Europas Kliniken kommt. Besonders häufig kommt es zu Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten, einer Blutvergiftung (Sepsis) oder einer Wundinfektion nach einer Operation. Auf diese Infektionen konzentrierten sich auch die Wissenschaftler. In die Daten der Studie flossen auch Infektionen mit sogenannten multiresistenten Keimen ein.

Ein Drittel aller Infektionen ließe sich verhindern, schätzt Petra Gastmeier, Direktorin des Nationalen Referenzzentrums zur Überwachung von Krankenhausinfektionen an der Berliner Charité – zum Beispiel durch eine verbesserte Hygiene oder dadurch, dass Patienten vor einem geplanten Klinikaufenthalt auf multiresistente Keime getestet würden.

Die Daten für die Studie wurden in den Jahren 2011 und 2012 durch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in 30 europäischen Ländern (inklusive Deutschland) mit insgesamt 510 Millionen Einwohnern erhoben. Der Auswertung lagen letztlich Daten von rund 274.000 Patienten aus rund 1150 Akutkrankenhäusern zugrunde.