Kurz, übersichtlich und umfassend. Das Kompendium „Unfallchirurgie bei Kindern“ von Annelie-Martina Weinberg und Dorien Schneidmüller verdient obige Charakteristik mit Fug und Recht. Ausgestattet mit vielen Bildern und pointierten Schemazeichnungen werden kindliche Verletzungen und ihre Besonderheiten von Kopf bis Fuß dargestellt. Verbrennungen, Wundbehandlung, Antibiotika- und Schmerztherapie sowie Misshandlungen bei Kindern sind gesonderte Kapitel gewidmet. Das Kompendium ist so handlich gestaltet, dass es in jeder Kitteltasche Platz findet und bei keinem Arzt, der Kinder nach Unfällen oder Verletzungen betreut, fehlen sollte.
A.-M. Weinberger / D. Schneidmüller
Unfallchirurgie bei Kindern
Kompendium Kindertraumatologie
Deutscher Ärzte-Verlag
ISBN 978-3-7691-1228-3
€ 69,95
Neue Methode zur experimentellen Verschleißbestimmung entwickelt / Heidelberger Biomechaniker erhält Wissenschaftspreis der Deutschen Arthrose Stiftung
Silvia Kaczmarek, Vorstand der Deutschen Arthrose Stiftung, überreicht Dr. Jan Philippe Kretzer, Leiter des Labors für Biomechanik an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, den Wissenschaftspreis 2009 der Deutschen Arthrose Stiftung. Auch minimaler Verschleiß, wie er zwischen zwei Metalloberflächen eines künstlichen Hüftgelenkes entsteht, kann nun mit einer neuen Testmethode hochpräzise bestimmt werden. Der Abrieb der metallischen, künstlichen Gelenke wird im Bewegungssimulator gemessen, indem die künstliche Gelenkflüssigkeit mit einem hochauflösenden Massenspektrometer analysiert wird. Diese exakte und mit den Verhältnissen am Patienten vergleichbare Methode könnte dazu beitragen, in Zukunft vielleicht sogar lebenslang haltbare Prothesen zu entwickeln. Für seine Doktorarbeit zu diesem Thema erhielt Dr. Jan Philippe Kretzer, Leiter des Labors für Biomechanik an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, am 16. Juni den mit 5.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Deutschen Arthrose Stiftung 2009.
Studie zur Altersblindheit überrascht Mediziner 31.08.2010
Eine neue Studie am Universitätsklinikum Bonn zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) hat zu einer überraschenden Entdeckung geführt: Demnach finden sich bei Betroffenen extrem häufig charakteristische Veränderungen der lichtempfindlichen Netzhaut. Bei zwei Dritteln aller untersuchten Patienten konnten die Bonner Mediziner derartige retikuläre Drusen nachweisen. Bislang nahm man an, dass es vor allem krankhafte Prozesse unterhalb der Netzhaut sind, die zum Sehverlust führen. AMD ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter. Die Ergebnisse der Bonner Forscher sind kürzlich in der Zeitschrift Ophthalmology erschienen.
Migräne-Auslöser auf der Spur - Wissenschaftler identifizieren beteiligte Gen-Variante 31.08.2010
Wissenschaftler der Universität zu Köln / Uniklinik Köln haben im Rahmen einer internationalen Kooperation gemeinsam mit Forschern u. a. des Wellcome Trust Sanger Institute, der Schmerzklinik Kiel, der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Leiden University Medical Center einen ersten genetischen Risikofaktor identifiziert, der mit der Migräne mit und ohne Aura in Zusammenhang steht. Sie ermöglichen damit neue Einblicke in die Ursachen dieser häufigen Formen der Migräne. In der Studie wurde das Genmaterial von mehr als 50.000 Menschen untersucht. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass das Forschungsergebnis den Weg für neue Therapien ebnet. Patienten mit einer spezifischen DNA-Variante zwischen zwei Genen auf Chromosom 8, PGCP und MTDH/AEG-1, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Migräne zu erkranken, so das Ergebnis der Studie. Eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang sehen die Wissenschaftler darin, dass diese DNA-Variante u. U. den Glutamat-Haushalt reguliert. Glutamat ist als Neurotransmitter bekannt, der Informationen zwischen den Nervenzellen im Gehirn transportiert. Eine Anhäufung von Glutamat in den Nervenzellenverbindungen (Synapsen) könnte dabei eine wichtige Rolle beim Auslösen von Migräneanfällen spielen. Ziel neuer Therapieansätze wäre es dann, die Ansammlung von Glutamat an den Synapsen zu minimieren.
Erster Qualitätsbericht belegt hohen Standard im Mammographie-Screening-Programm 30.08.2010
Frauen, die am Programm zur Früherkennung von Brustkrebs teilnehmen, erhalten eine Behandlung auf höchstem Niveau. Das zeigt der erste Qualitätsbericht, den die Kooperationsgemeinschaft Mammographie der Presse in Berlin vorgestellt hat. Im letzten Jahr wurde bereits der erste Evaluationsbericht mit den Ergebnissen aus dem Screening veröffentlicht. „Der Qualitätsbericht belegt erneut, dass es im deutschen Gesundheitswesen keinen Bereich mit einem vergleichbaren Standard gibt, wie das Mammographie-Screening-Programm“, sagte Dr. Wolfgang Aubke, Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammographie in Berlin.
Atemwegsstents, die nicht verrutschen 30.08.2010
Forscher am Fraunhofer IGB wollen Atemwegsstents mit Plasmatechnik so beschichten, dass sie in das umgebende Gewebe einwachsen
Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB wollen in Kooperation mit Ärzten des Lungenzentrums Klinik Schillerhöhe Luftröhrenstents so beschichten, dass sie in das umgebende Gewebe einwachsen. Zusätzlich soll eine antimikrobielle Ausrüstung die Besiedelung mit Bakterien und somit Infektionen verhindern.
In der Gefäßchirurgie werden Stents als Stützen für verengte Blutgefäße eingesetzt. Auch die Luftröhre, die Trachea, kann verengt werden – durch gutartige oder bösartige Gewebewucherungen. Zur Behandlung der hierdurch entstehenden Atemnot setzen Ärzte zunehmend auch hier einen Stent ein – eine gitterartige Röhre aus Metall oder Kunststoff, die durch Dehnung ein Zuwachsen der Luftröhre verhindert. Mitunter kommt es jedoch zu gefährlichen Komplikationen: Der Stent kann in der Luftröhre nach unten verrutschen und so die Luftröhre und die dahinterliegenden Bronchien teilweise oder sogar ganz verschließen. Nach der Implantation kommt es zudem bei vielen Patienten zu bakteriellen Infektionen der Atemwege.
Durch eine spezielle Beschichtung der Atemwegsstents wollen Forscher am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart die Nachteile bisheriger Stents nun beheben. Ob die Stents tatsächlich eine Besiedlung mit Bakterien verhindern, wird im Labor mit typischen Krankheitserregern als Testorganismen geprüft.
Bild: Leufen Medical.
Sonnenschutz ist Arbeitsschutz: Projekt untersucht Schutzkomponenten in der Praxis 30.08.2010
Rund zweieinhalb Millionen Beschäftigte in Deutschland müssen sich berufsbedingt häufig acht Stunden oder länger der Sonne aussetzen. Dadurch tragen sie mehr als das doppelte Risiko, bestimmte Hauttumore auszubilden, verglichen mit Beschäftigten, die nicht im Freien arbeiten. Schutzmaßnahmen für die Haut – aber auch für die Augen – sind deshalb unerlässlich. Damit Beschäftigte bei Arbeiten im Freien mit heiler Haut davon kommen, führen die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Klinik und Poliklinik für Dermatologie / Technische Universität Dresden ein Forschungsprojekt durch.
Dabei suchen Arbeitsschützer nach Schutzmaßnahmen vor wirksamer UV-Strahlung, die von der Praxis angenommen und angewendet werden. Dazu nehmen die Forscher vorhandene Schutzmaßnahmen unter die Lupe und überprüfen sie auf ihre Wirksamkeit. Darüber hinaus unterziehen sie eigene Entwicklungen dem Praxistest. Die Untersuchungen finden in Betrieben aus den Branchen Bau (Hoch-, Straßen- und Tiefbau), Tagebau (Steinbruch), Garten- und Landschaftsbau und Kindergärten statt.